
Weihnachten und Silvester
Dieses Weihnachten verlief auf vielfältige Weise anders als wir es uns vorgestellt hatten. Leider waren unsere Freunde schon seit ein paar Tagen krank ans Bett gefesselt, weshalb wir die Zeit nicht zusammen verbringen konnten. Auch war der Holzofen von ihnen kaputt gegangen, weshalb sie in der Küche schlafen mussten und die Küche provisorisch in ihrem vormahligen Schlafraum umziehen musste. Aber trotz dieses provisorischen Zustandes hat Rebekka es geschafft uns einen wirklich leckeren Entenbraten zuzubereiten. Und dies, obwohl es ihr erster Braten überhaupt war!
Den Bauch mit diesem leckeren Essen gefüllt, legten wir uns hin um ein wenig Siesta zu halten. Unsere Aufmerksamkeit wurde kurze Zeit später auf laute Geräusche von draußen gelenkt. Wir staunten nicht schlecht als wir merkten, dass eine Gruppe von Menschen von Grundstück zu Grundstück zogen und den Bewohnern Weihnachtslieder vorsangen. Es hat sich wirklich besinnlich angehört. Nachdem die Sänger aufhörten zu singen, kamen wir dann auch noch miteinander ins Gespräch. Einer von ihnen konnte sogar ein wenig Deutsch! Sie übergaben uns weihnachtliche Geschenktüten und luden uns für den nächsten Tag zu sich nach Hause ein. Da das Haus nur paar Gehminuten entfernt lag und wir ja Momente mit Einheimischen erleben wollten, beschlossen wir alle gemeinsam die Einladung anzunehmen.
Weihnachtskonzert

So machten wir uns alle gemeinsam den
nächsten Tag auf. Keiner von uns wusste genau was uns erwartete, da
uns nur gesagt wurde, dass wir 14 Uhr vorbeikommen sollen.
Dort
angekommen wurden wir herzlich begrüßt und in eine Art private
Kapelle geführt, in dem später auch ein christliches
Weihnachtskonzert stattfinden sollte. Nachdem wir einige Zeit noch
auf die verbliebenen Musiker warteten, fing es dann auch an. Es
wurden ausschließlich rumänisch christliche Lieder gesungen, bei
manchen erkannten wir jedoch das deutsche Pardon und sangen diese
dann in unserem Kopf mit. Nach dem Konzert fing dann eine Predigt vom
hiesigen Priester an. In Rumänien herrscht übrigens größtenteils
der rumänisch-orthodoxe Glaube. Nachdem der deutschsprechende Mann
von gestern uns zugeflüstert hat, dass gleich jeder etwas dazu sagen
soll, standen wir dann auf und sind leise rausgegangen. Zum Glück
sind immer mal wieder welche hinausgegangen und hereingekommen
weshalb wir annahmen, dass dies nicht unhöflich sei.
Draußen angekommen unterhielten wir uns eine ganze Weile mit dem Mann der uns eben den Tipp gab und kurze Zeit später selber herauskam. Seine Frau komme aus Rumänien und er aus Norwegen. Er arbeitet auch weiterhin in Norwegen und verbringt zwei Wochen im Monat außerhalb Rumäniens. Die restliche Zeit arbeitet er von zuhause aus und hilft bei sozialen Projekten in ganz Rumänien mit. Er erzählte uns von der Armut im Osten Rumäniens und an der Grenze zu Moldawien.
Es gibt ganze Landstriche in denen die Menschen in halb verfallen Häusern ohne richtige Dächer zusammengepfercht mit ihren Tieren, wie zum Beispiel Schweinen, leben. Sie haben kaum genügend Geld um sich ausreichend Essen kaufen zu können. Uns hat dies sehr nachdenklich gestimmt. Wir wussten, dass wir früher oder später während unserer Reise auf Armut stoßen würden. Aber das es sogar innerhalb der ach so reichen EU ganze Landstriche mit solcher Armut gibt, hätten wir nicht gedacht. Wir wussten auch, dass wir die letzten Monate besser eingerichtet waren als die meisten in unserem Dorf. Aber das dieses Dorf schon luxeriös sei gegenüber anderen rumänischen Dörfern hätten wir nicht gedacht. In welchem Luxus wir in Deutschland doch leben
Weihnachtsessen

Während wir uns unterhielten, wurden wir dann alle zum Abschluss der Weihnachtskonzertes in die kleine Kapelle geholt. Nach einigen Liedern trat der Priester für die Abschlusspredigt vor. Wir erhielten sogar eine persönliche englische Übersetzung von einem der Gäste. Nachdem der Priester den Schlusssatz gesprochen hatte, wurden wir alle in das Wohnhaus zum gemeinsamen Weihnachtsessen geführt. Dies war ein sehr schönes und gemütliches Holzhaus. Drinnen wurden wir mit alleierlei Getränken und einem Drei-Gänge-Menü verwöhnt. Als erstes gab es Suppe, danach selbstgemachter Kartoffelbrei mit Hähnchenschnitzel und einer Art Sauerbraten und zum Schluss selbstgemachten Kuchen. Wir genoßen die Zeit mit dem leckeren Essen und versuchten uns mit den anderen am Tisch zu unterhalten.
Als es dann spät wurde und wir nichts mehr in unsere Bäuche bekamen, verabschiedeten wir uns herzlich von unseren Gastgebern und gingen nach Hause. Rebekka und ich waren uns einig, dass wir diesen Tag so schnell nicht vergessen würden und wir auf viele ähnliche Erlebnisse auf unserer weiteren Reise hoffen. Passend zum heutigen Tage lag auf unserem Rückweg der erste Schnee in diesem Winter.
Silvester

Auf Silvester habe ich mich persöhnlich schon sehr gefreut. Dies lag daran, dass wir Silvester anders verbrachten als es in Deutschland üblich ist. Ich konnte schon die ganzen letzten Jahre nichts mehr mit der Tradition anfangen, viel Geld und nochmehr Ressourcen herumzuballern und zu schauen wer davon das meiste hat. Dieses Jahr wollten wir an der Tradition unserer Freunde teilhaben: sie verbrennen an Silvester ihren Tannenbaum und kleine Zettelchen. Wer mich kennt weis, dass ich für Feuer immer zuhaben bin. Aber was hat es mit den Zettelchen auf sich? Auf diese haben wir all unsere wichtigsten Wünsche für das kommende Jahr geschrieben. Auch haben wir Sachen aufgeschrieben, die wir endlich loslassen wollten.
Dieses Jahr stand es für den Abend besser als letztes Jahr. Da soll es den ganzen Tag über geregnet haben und auch das Holz für das Lagerfeuer soll zu feucht gewesen sein. Dieses Jahr hatte es jedoch den ganzen Tag nicht geregnet (Keine Ahnung wann überhaupt der letzte Regen war) und wir hatten auch genügend trockenes Holz. Also sollte einem schönen Abend nichts mehr im Wege stehen.
Nachdem wir nach einigen Versuchen auch endlich das Feuer anbekommen haben, konnten wir auch alle unsere Zettel verbrennen. Es war ein schöner Abend. Wir standen zusammen um das Feuer; haben viel geredet und gelacht; uns am Feuer gewärmt und den schönen Sternenhimmel beobachtet. Es war auch eine Zeit der Rückbesinnung und der Vorschau, lag doch der Start unserer Reise hinter uns und begann doch in ein paar Stunden auch ein neues Jahr: Ein neues Jahr in welchem wir vom Anfang bis zum Ende auf Weltreise sein sollten.
Folge Beiträge zu Rumänien könnt ihr euch anschauen:
1. Auf nach Rumänien
2. Die Renovierung unseres Hauses
3. Leben ohne fließendem Wasser?
4. Wie kaufen wir ein und was essen wir?
5. Heizen mit Holz und was dies bedeutet
6. Sterilisation der Katzen
7. Eine abenteuerliche Wanderung
8. Maisernte und Katzenoperation
9. Stromausfall
10. Weihnachten und Silvester
11. Wie sieht unsere weitere Reiseplanung aus?
Wollt
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Wollt
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Oder
wollt ihr die Bilder von unserer gesamten Weltreise sehen?
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