2.4 Rumänien

Eine abenteuerliche Wanderung

Für unseren Jahrestag im September hatten wir uns vorgenommen den Berg hinter unserem Grundstück zu erklimmen. Wir sind auch in Berlin und Umland gerne gewandert und haben uns auf diese Herausforderung gefreut. Doch es sollte ein wenig anders verlaufen als wir uns dies vorgestellt haben.

Die erste Sache mit der wir nicht gerechnet haben war, dass eine unserer Katzen uns gefolgt war. Vergesst die Spaziergänge mit Hunden – wir waren mit einer Katze wandern! Der erste Abschnitt des Berges war sehr steil, wenn ich schätzen müsste ungefähr 45°. Danach ging es gemütlich auf einem kleinen Weg weiter an schönen Bäumen entlang. Wir haben zwischendrin immer wieder kleine Pausen gemacht, da die Katze oft stehen blieb und sehr aufmerksam die für sie unbekannte Umgebung in Augenschein nahm. Nach einigen Minuten kamen wir auf eine Wiese, an der es wieder so steil wie am Anfang wurde. Inzwischen schien unsere tierische Begleiterin aber alles andere als entspannt zu sein, schaute sie doch panisch in alle Richtungen und bauschte ihren Schwanz auf. So beschloss ich sie wieder zurückzubringen – immer wechselnd zwischen tragend und hinter ihr herlaufend.

Rumänien Wanderung mit Katze

Als ich dann wieder bei Rebekka war machten wir uns auf um weiter höher zu kommen. Nachdem wir das Ende der Wiese, stellenweise auf allen vieren, erreichten wurde uns das Weiterkommen von einer dichten, dornigen Hecke verwehrt. Also sind wir wieder ein Stück runter und auf der rechten Seite in den Wald. Auch hier waren wir nicht alleine, da uns die Hündin unserer Nachbarin immer mal wieder über den Weg lief. Ich sollte wohl noch erwähnen, dass der Weg an der Wiese endete und wir bis zur Spitze querfeldein gewandert sind. Nach einigen anstrengenden Minuten sahen wir dann auch schon die Spitze. Leider war es uns jedoch nicht möglich direkt bis zur Spitze zu klettern, da es zum Ende hin doch zu steil wurde. Also machten wir eine Pause und bestaunten den Ausblick.

Abenteuerlicher Abstieg

Nachdem wir unsere Pause beendeten, wollten wir uns langsam auf den Rückweg begeben. Leider wurde uns recht schnell klar, dass wir nicht auf dem gleichen Wege wieder zurückkommen konnten: der schmale Pfad hinter uns ist wohl abgerutscht und nicht mehr passierbar. Das mussten wir erst einmal verarbeiten. Wir saßen in einem fremden Wald, auf einem uns fremden Berg fest. Zusätzlich waren wir mitten im Wald ohne irgendwelche Bergpfade. Unsere einzige Option bestand darin, dass wir über dem bewaldeten Berghang nach unten kamen. Dieser war auch mindestens 45° steil. Querfeld ein, ohne Wege und stellenweise nur alle paar Meter Bäume an denen wir uns fortbewegen konnten. Schluck.

Rumänien Wanderung im Wald*

*Beispielbild der Anordnung und Dichte der Bäume. Der Winkel zu dem Zeitpunkt war noch steiler.

Es half alles nichts. Wir mussten uns auf den langen und beschwerlichen Abstieg machen, der uns öfter an unsere Grenzen und darüber hinaus brachte als uns lieb war. Wir waren so froh, dass wir Wanderschuhe und gute Hosen anhatten. Auch nach gefühlten Stunden war kein Ende in Sicht, sondern nur weitere Bäume. Mir wurde langsam klar, dass wir nicht mehr allzu lange Tageslicht haben werden, was die Situation nicht gerade weiter entspannte. Ich habe zwischenzeitlich immer wieder nach Plätzen Ausschau gehalten an denen mal etwas mehr ebene Fläche war, auf denen wir notfalls übernachten konnten. Nur würde es eine kalte und nicht gerade angenehme Nacht werden…

Happy End?

Nach einer Weile kamen wir an einer kleinen Wiese heraus, auf dem wir endlich ein paar Augenblicke Pause einlegen konnten. Mit der Gewissheit, dass es bald dunkel werden würde.
Ich schaute mich ein wenig um und meinte zu erahnen, dass die Gebäude weiter unten und die Kapelle in der Ferne zum Nachbardorf gehörten. Wir mussten dann am Ende also entweder noch einige Kilometet zu Fuß zurücklaufen oder wir würden unseren Freund anrufen, der uns dann mit dem Auto abholen soll. Also packten wir unsere Sachen und liefen weiter. Nach weiteren anstrengenden Minuten kamen wir endlich auf eine Weide, die das Ende des Waldes markierte.

Rumänien Wanderung Wiese am Ende

Wir hatten Glück. Es war doch nicht das Nachbardorf, sondern unser Dorf. Und wir befanden uns schräg oberhalb der Grundstückes von einen unserer Nachbarn. So machten wir uns auf, die letzten Meter zu unserem Haus zurückzulegen. Die Wiese mit dem Weg war sogar recht schön. Dann bogen wir endlich in unser Grundstück ein – nur noch ein paar Meter zu unserem Haus. Schnaufend und total erledigt liesen wir uns auf die Bank, die davor stand, fallen. In genau dem Augenblick als es anfing dunkel zu werden.

Ja, viele werden an dieser Stelle wohl mit uns schimpfen. “Wie konntet ihr nur in einem fremden Wald, auf einem fremden Berg wandern und dann noch die Wege verlassen und querfeldein laufen?” Ja, dies war waghalsig und naiv. Das ist uns auch bewusst. Nur macht man manchmal Dinge, wo man selber andere als naiv bezeichnen würde. Und glaubt uns, so etwas werden wir auch so schnell nicht wieder tun. Trotzdem ist es im Nachhinein ein Abenteuer und hat unsere Belastungsgrenzen noch ein Stück weiter noch oben gesetzt und uns gezeigt, dass wir auch solch scheinbar auswegslosen Situationen überwinden können.

Folge Beiträge zu Rumänien könnt ihr euch anschauen:
1. Auf nach Rumänien
2. Die Renovierung unseres Hauses
3. Leben ohne fließendem Wasser?
4. Wie kaufen wir ein und was essen wir?
5. Heizen mit Holz und was dies bedeutet
6. Sterilisation der Katzen
7. Eine abenteuerliche Wanderung
8. Maisernte und Katzenoperation
9. Stromausfall
10. Weihnachten und Silvester
11. Wie sieht unsere weitere Reiseplanung aus?

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