2.4 Rumänien

Auf nach Rumänien

Nachdem wir nachts aus Budapest losfuhren, kamen wir ca. 08:00 Uhr am nächsten Morgen in Deva, Rumänien, an. Der Unterschied von den bisherigen europäischen Ländern durch die wir gereist sind und Rumänien war schon auf der Busfahrt deutlich zu spüren. So hatte Rumänien bei unserer Ankunft, im Juni 2019, ein kaum ausgebautes Autobahnennetz, so dass wir den Großteil der Fahrt über Landstraßen oder sogar über kleine Dorfstraßen gefahren sind. Auch haben wir auf der Fahrt nach Deva mehrere riesige Schafsherden mit Hirten gesehen. Dieses Bild ist in Deutschland schon fast Geschichte. Hier sollten wir jedoch häufiger Hirten mit ihren Herden sehen und sogar ab und zu während Autofahrten von überquerenden Herden gestoppt werden.

Rumänien Schafsherde auf der Straße Quelle: https://seelenschreiberei.org/

Auch war die Architektur der Häuser anders als bei unseren bisherigen europäischen Erfahrungen. Ich kann dies nicht so richtig in Worte fassen, es ist mehr so ein Gefühl. Aber es ist ein anderer Stil und ich finde man merkt ihm an, dass nicht so viel Geld dafür ausgegeben werden kann.

Nachdem wir von unserem Freund und seiner Tochter vom Bus abgeholt wurden, fuhren wir nach Hunedoara (auf deutsch Eisenmarkt) um Einzukaufen. Wie in Berlin, so sollten wir auch hier für das nächste dreiviertel Jahr hauptsächlich bei Kaufland und Lidl einkaufen. Ich hoffe wenn wir aus Europa raus sind, sehen wir auch einmal andere Ketten. Die Stadt ist auch gesäumt von Second Hand Läden, denen wir im Laufe der Zeit öfter einen Besuch abstatten sollten. In den Läden waren häufig deutsche Klamotten zu sehen, weshalb ich vermute, dass dies gespendete Sachen waren.

Beschauliches Transilvanien

Danach fuhren wir zum Grundstück unserer Freunde, welches in einem kleinen Bergdorf in ca. 400 – 500 Meter Höhe liegt. Dieses Dorf liegt in einem Tal und ist von allen Seiten von großen Wäldern umgeben. Habe ich schon erwähnt, dass wir im beschaulichen Transilvanien leben werden?
Rebekka nutzt die Zeit hier um ihren Traum zuverwirklichen: eine Romanreihe zu schreiben. Dafür recherchiert sie auch über diverse Fabelwesen, unter anderen eben auch Vampire, dabei ist uns deutlich geworden das unser klassisches Bild von Vampiren aus Transilvanien gar nichts mit der einheimischen Mythologie zu tun hat. Dies wurde erst im Laufe der Jahrhunderte und verschiedenster literarischen Werken nach Rumänien verschoben. Die Vampire der hießigen Folklore passen vom Aussehen, den Fähigkeiten und Verhalten nämlich gar nicht zu den beschriebenen Vampiren. Da dies aber ein sehr komplexes Thema ist, verlinke ich hier an dieser Stelle mal zum Wikipedia-Artikel und Interesierte können sich im Netz näher damit beschäftigen.

Damit ihr schon einmal eine grobe Vorstellung davon erhaltet wie die wohnliche Situation für uns hier aussieht, gebe ich euch einen kurzen Überblick. Keine Sorge, ich werde in den folgenden Beiträgen noch genauer auf einzelne Punkte eingehen.

Wir haben:

  • auf diesem Grundstück kein fließendes Wasser
  • keine Heizung und werden mit einem Holzofen heizen
  • nicht die Möglichkeit einfach mal spontan einkaufen zu gehen
  • und wir wohnen in einem kleinen Nebenhaus, welches renovierungsbedürftig ist und noch kein eigenes Bad besitzt

Kleiner Bauernhof

Wie auch schon bei unserer Kost & Logie Zeit in Kroatien sind auch hier viele verschiedene Tiere die frei nach ihrem eigenen Willen herumlaufen. Unsere Freunde haben zwei erwachsene Katzen, von der eine Ende April vier kleine Junge zur Welt brachte. Also insgesamt sechs Katzen. Dazu gesellen sich noch die verschiedensten Tiere von Nachbarn, die auch unser Grundstück mitbenutzen: Hunde, Katzen, Hühner, Schafe, Kühe und ein Pferd. Es ist abenteuerlich, wenn du auf dem Außenklo sitzt und merkst, dass gerade eine Kuh vor der Tür steht und diese blockiert. Oder wenn das Kalb von den Nachbarn mal ganz gemütlich im Sandkasten liegt, so als wäre es die natürlichste Sache der Welt.

Rumänien Kalb im Sandkasten Quelle: https://seelenschreiberei.org/

Und dieses Dorf hat auch seinen eigenen Straßenhund. Dieser ist ein großer, gemütlicher Hund, der sich im ganzen Dorf heimisch fühlt und immermal wieder von Haus zu Haus zieht um Fressen zu erbetteln. Einer seiner Hauptpunkte ist jedoch anscheinend bei uns, da wir den Hunden regelmäßig etwas zu essen geben, da Hunde hier auf dem Land keinen guten Stand haben und kaum beachtet werden.

Für alle die an ein paar Tierimpressionen interessiert sind, verlinke ich hier einmal zu einer Galerie der beschriebenen Tiere.

Da wir knappe neun Monate an diesem Ort bleiben werden, habe ich mich dazu entschlossen für diese Zeit den Aufbau der Blogbeiträge etwas anzupassen. Ich werde nicht wie bisher die Beiträge nach chronologischen Ereignissen und Abläufen erstellen, sondern werde einzelne Themen und Schwerpunkte beschreiben.

Folge Beiträge zu Rumänien könnt ihr euch anschauen:
1. Auf nach Rumänien
2. Die Renovierung unseres Hauses
3. Leben ohne fließendem Wasser?
4. Wie kaufen wir ein und was essen wir?
5. Heizen mit Holz und was dies bedeutet
6. Sterilisation der Katzen
7. Eine abenteuerliche Wanderung
8. Maisernte und Katzenoperation
9. Stromausfall
10. Weihnachten und Silvester
11. Wie sieht unsere weitere Reiseplanung aus?

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Wollt ihr unsere Tierimpressionen aus Rumänien sehen?
Wollt ihr noch andere Bilder aus Rumänien sehen?
Oder wollt ihr die Bilder von unserer gesamten Weltreise sehen?

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